
Strandmelde (Suaeda maritima)
Im Südteil des Seewinkels befindet sich Österreichs größtes Salzbodengebiet mit einer Ausdehnung von rund 25 Quadratkilometern. Die sodahältigen Salz- oder Zickböden (szik (ung.) = Soda) liegen vorwiegend im Seerandbereich und in den schotterfreien Flächen des zentralen Seewinkels. Dort, wo der salzführende Horizont nicht durch Schotter und Sandauflagen verdeckt ist, entsteht der sogenannte Solontschakboden.

Salzvegetation auf trockengefallenem Lackenboden
Beim zweiten wichtigen Salzbodentyp des Gebiets, dem Solonetz, liegt der salzführende Horizont in etwa 35 bis 70 cm Tiefe, er ist von einer tonigen, salzarmen Schicht bedeckt, auf der sich eine dünne Humusdecke bilden kann. Der hohe organische Gehalt des obersten Horizonts führt bei Trockenheit zu einer starken Schrumpfung des Solonetzbodens, es bilden sich Risse und vielkantige Säulchen. Der am meisten verbreitete Salzbodentyp des Seewinkels ist der Übergangstyp Solontschak-Solonetz.

Salzausblühungen im Sommer
Spezialisten unter den Pflanzen, die durch Salzaufnahme die Konzentration des Zellsaftes vergrößern und so einen Sog auf das Bodenwasser ausüben, werden als Halophyten bezeichnet. Einige sind "salzliebend", d.h. sie brauchen Salz, aber die meisten Salzpflanzen könnten ebenso gut oder sogar besser auf salzfreien Böden wachsen.

Salzkresse (Lepidium cartilagineum)
- verstärkte Wasseraufnahme in fleischig verdickten Blätter bei den sukkulenten Halophyten (wie z.B. die Salz-Kresse und die Strand-Salzmelde)
- Blasenhaare, die von der Pflanze aktiv mit Salzen angereichert werden und abfallen (bei verschiedenen Meldenarten).
- Das Abwerfen von ganzen, mit Salz angereicherten Blättern (z.B. Strand-Dreizack oder der Strand-Wegerich).

Salzsimse
Ein weiteres Charakteristikum von Binnen-Salzböden ist, dass sie gerade in den Trockenphasen die höchsten Salzkonzentrationen erreichen, während an der Küste steigender Salzgehalt meist mit einer Zunahme der Feuchtigkeit einhergeht. Diese Unterschiede führen zu verschiedenen Artengarnituren zwischen Meeresküste und Seewinkel.
Zwar gibt es kosmopolitische, also weltweit verbreitete Salzpflanzen, wie Flügel-Schuppenmiere oder Strand-Salzmelde, sowie eurasische Arten wie den Erdbeer-Klee, die sowohl im Binnenland als auch an der Küste vorkommen; auf den pannonischen Sodaböden dominieren aber dennoch Arten kontinentaler Herkunft. Der pannonische Raum ist auch reich an Arten, die nur in relativ kleinen Gebieten vorkommen, wie z.B. die Kurzkopf-Kratzdistel. Vielfach haben die Pflanzen, die sowohl am Meer als auch an Salzsandorten des Binnenlandes auftreten, verschiedene Unterarten entwickelt. So kommt etwa an der Nordsee die Küsten-Salz-Aster vor, während im Seewinkel die Pannonische Salz-Aster zu finden ist.

Salz-Aster
(Aster tripolium ssp. pannonicum)



