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Strandmelde (Suaeda maritima)

Im Südteil des Seewinkels befindet sich Österreichs größtes Salzbodengebiet mit einer Ausdehnung von rund 25 Quadratkilometern. Die sodahältigen Salz- oder Zickböden (szik (ung.) = Soda) liegen vorwiegend im Seerandbereich und in den schotterfreien Flächen des zentralen Seewinkels. Dort, wo der salzführende Horizont nicht durch Schotter und Sandauflagen verdeckt ist, entsteht der sogenannte Solontschakboden.


I n diesem sandigen, leichten und ungeschichteten Boden wandert in Trockenperioden das Salz mit aufsteigendem Wasser nach oben und bleibt nach dessen Verdunstung als weiße Salzausblühung an der Oberfläche zurück. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das auf der Oberfläche angereicherte Salz abgekehrt und zur Seifenherstellung verwendet.

Beim zweiten wichtigen Salzbodentyp des Gebiets, dem Solonetz, liegt der salzführende Horizont in etwa 35 bis 70 cm Tiefe, er ist von einer tonigen, salzarmen Schicht bedeckt, auf der sich eine dünne Humusdecke bilden kann. Der hohe organische Gehalt des obersten Horizonts führt bei Trockenheit zu einer starken Schrumpfung des Solonetzbodens, es bilden sich Risse und vielkantige Säulchen. Der am meisten verbreitete Salzbodentyp des Seewinkels ist der Übergangstyp Solontschak-Solonetz.



Salzausblühungen im Sommer
Das durch die Salze im Boden gebundene Wasser kann von Pflanzen nur dann aufgenommen werden, wenn diese ihren osmotischen Wert gegenüber dem des Bodens erhöhen.

Spezialisten unter den Pflanzen, die durch Salzaufnahme die Konzentration des Zellsaftes vergrößern und so einen Sog auf das Bodenwasser ausüben, werden als Halophyten bezeichnet. Einige sind "salzliebend", d.h. sie brauchen Salz, aber die meisten Salzpflanzen könnten ebenso gut oder sogar besser auf salzfreien Böden wachsen.



Es gibt verschiedene Methoden gegen zu hohen Salzgehalt der Pflanzenzellen:
  • verstärkte Wasseraufnahme in fleischig verdickten Blätter bei den sukkulenten Halophyten (wie z.B. die Salz-Kresse und die Strand-Salzmelde)
  • Blasenhaare, die von der Pflanze aktiv mit Salzen angereichert werden und abfallen (bei verschiedenen Meldenarten).
  • Das Abwerfen von ganzen, mit Salz angereicherten Blättern (z.B. Strand-Dreizack oder der Strand-Wegerich).




Salzsimse
Das Salz im Boden ist zwar auf die marine Vergangenheit des Gebietes zuirückzuführen, dennoch gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den Standorten beispielsweise der nordwestdeutschen Meeresküste und den österreichischen Binnensalzstandorten. Während im Meerwasser Natriumchlorid als das wichtigste Salz auftritt, haben Ablagerung und Umlagerung der Sedimente im Seewinkelbereich zu einer Veränderung des Chemismus geführt: alkalisch wirkendes Soda dominiert während Kochsalz, Glaubersalz und Bittersalz nur in kleinen Mengen auftreten.

Ein weiteres Charakteristikum von Binnen-Salzböden ist, dass sie gerade in den Trockenphasen die höchsten Salzkonzentrationen erreichen, während an der Küste steigender Salzgehalt meist mit einer Zunahme der Feuchtigkeit einhergeht. Diese Unterschiede führen zu verschiedenen Artengarnituren zwischen Meeresküste und Seewinkel.



Zwar gibt es kosmopolitische, also weltweit verbreitete Salzpflanzen, wie Flügel-Schuppenmiere oder Strand-Salzmelde, sowie eurasische Arten wie den Erdbeer-Klee, die sowohl im Binnenland als auch an der Küste vorkommen; auf den pannonischen Sodaböden dominieren aber dennoch Arten kontinentaler Herkunft. Der pannonische Raum ist auch reich an Arten, die nur in relativ kleinen Gebieten vorkommen, wie z.B. die Kurzkopf-Kratzdistel. Vielfach haben die Pflanzen, die sowohl am Meer als auch an Salzsandorten des Binnenlandes auftreten, verschiedene Unterarten entwickelt. So kommt etwa an der Nordsee die Küsten-Salz-Aster vor, während im Seewinkel die Pannonische Salz-Aster zu finden ist.



Während im Frühling und Herbst der Boden so feucht ist wie auf normalen Wiesen, trocknet die Magerwiese im Hochsommer sehr stark aus; sie wird daher auch als Halbtrockenrasen bezeichnet. Der Großteil der Pflanzenarten ist jedoch durch bestimmte, den Wasserhaushalt beeinflussende strukturelle Eigentümlichkeiten an Trockenheit angepaßt, wie z.B. ein besonders starkes Wurzelsystem beim Feld-Mannstreu, oder die wegen der verdunstenden Wassermenge verkleinerten, besenartigen Blätter des Salz-Schwingels oder die Nadelblätter des Echten Labkrautes. Auch der Haarfilz des Salz-Wermuts oder die blaugrüne Wachsschicht der Feld-Mannstreu stellen eine Schutzschicht dar.




Salz-Aster
(Aster tripolium ssp. pannonicum)
Im sogennanten Überschwemmungsraum der Lacken liegen die Zickgraswiesen des Solontschak. Ihre Charakterart, die Neusiedler See - Salzschwade, ist in der unteren feucht-nassen Zone mit der Pannonischen Salz-Aster vergesellschaftet. Zu deren Blütezeit, im Herbst, sind solche Wiesengebiete, aber auch die Ufer der Lange Lacke von einem Teppich violetter Blüten bedeckt.