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Zwischen Austrocknung und Hochwasser

Die Wasserstandsdynamik des Neusiedler Sees (und im früheren östlichen Seebecken, im Hanság) lässt sich erahnen, wenn man einen Blick auf jene Maxima und Minima macht, die aus historischen Quellen belegbar sind.

16.000 - 12.000 v.Chr. Entstehung des Neusiedler Sees
4.000 v.Chr Anstieg des Grundwassers, Versumpfung des Seewinkels
2.000 - 500 v.Chr Feuchtperiode, Seewinkel und Hanság unter Wasser
500 v.Chr. - 200 n.Chr Trockenperiode
200 - 800 Feuchteres Klima
1000 Wärmeperiode
1520 Der See erreicht die heutigen Ausmaße
1554 Anstieg des Wasserspiegels
1568 Rückgang des Wasserstands infolge Ableitung der Rabnitz, dann Rücknahme der Maßnahme durch die Wr. Hofkammer
1616 Erste Pläne für Trockenlegung des Sees
Abnahme des Wasserstands
1740 - 1742 Völlige Austrocknung, landwirtschaftliche Nutzung
1768/69 Anstieg des Wasserspiegels
1777 - 1780 Errichtung eines Dammes zwischen Esterháza und Pamhagen (Abtrennung des Hanság)
1786 Größte Wasserfläche von 515 km²
1801 - 1807 Abnahme des Wasserstands
1811 - 1813 Völlige Austrocknung
1813 Größte Wasserfläche von 515 km²
1838 Planung der Trockenlegung durch Ing. Karl Kecskés
1854 Abnahme des Wasserstandes
1865 - 1871 Austrocknung, landwirtschaftliche Nutzung, Wegebau, Pflanzenbewuchs am Seeboden
1872 Auffüllung des Seebeckens mit Wasser, Rückkehr der Wasservögel
1873 Gründung der Raab-Regulierungsgesellschaft, Planung der Trockenlegung des Sees
1878 Wassertiefe stellenweise bis zu 3 m
1881 Absinken des Wasserspiegels
1885 Planung des Kanals von Pamhagen zur Rabnitz und zur tiefsten Stelle des Sees
1891/92 Geringste Wassermenge seit 1871
1895 Beginn der Bauarbeiten zum Einserkanal
1909 Anschluß des Kanals an den See; bei Öffnung der Schleusen Überflutung der Hanság-Wiesen; der Einserkanal wird "Regulierungsbau"
1912/13 Absinken des Wasserspiegels
1918 Neuerlich Pläne zur Trockenlegung des Sees
1921 Weitere Pläne zur Trockenlegung werden durch Jäger, Naturschützer und die Bevölkerung (Angst vor Klimaveränderung) verhindert
1924 Seefläche nur 200 Quadratkilometer
1929 Bei niedrigem Wasserstand friert der See im Winter bis auf den Grund zu.
1938 Planungen, die nicht umgesetzt werden:
1. Zuleitungen von Donau bzw. Leitha, Hebung des Wasserspiegels, Schleusen beim Einserkanal, Einbau von     Turbinen.
2. Querdamm von Mörbsich nach Illmitz, Staubecken im nördlichen Teil des Sees.
3. Staubecken im Norden mit Querdamm, Trockenlegung des ungarischen Teils.
4. Querdamm, zwei Längsdämme am West- bzw. Ostufer, Trockenlegung des Schilfgürtels.
1956 Der Österreichisch-Ungarische Gewässervertrag wird unterzeichnet und die bilaterale Gewässerkommission gegründet
1965 Beginn der Schleusenregelung am Wehr in Mekszikópuszta. Durch die Anhebung des mittleren Wasserstandes wird das wasserseitige Schilfwachstum stark verlangsamt.
1970/71 Projekt einer Brücke von Illmitz nach Mörbisch wird verhindert
1977 Erklärung des Neusiedler Sees mit seinem Schilfgürtel zum Biosphären Reservat
1983 Neusiedler See - Gebiet wird Ramsar-Schutzgebiet
1992 Das Gesetz über den Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel wird im Burgenländischen Landtag beschlossen
1993 Internationale Anerkennung des Nationalparks laut IUCN - Kategorie II
2002 Überlegung einer Wasserzuleitung aus dem Donauuferfiltrat
ab 2006 nach Jahren niedriger Wasserstände erreichen die gemessenen Pegel durch größere Niederschlagsmengen wieder höhere Werte


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