
Freundl
Schon in der Zwischenkriegszeit gab es – vor allem von wissenschaftlicher Seite – Bestrebungen ein Großschutzgebiet am Neusiedler See einzurichten. Dem hartnäckigen Bemühen einzelner und auch der Arbeit des Naturschutzbundes ist es zu verdanken, dass schließlich auch der politische Wille zur Umsetzung zustande kam. Die Verhandlungen führten schließlich 1992 zur Verabschiedung des Nationalparkgesetzes durch den Burgenländischen Landtag.

Wendelberger
Vor und während des Zweiten Weltkriegs waren es berühmte Namen wie Varga, Mika, Breuer oder Hämpel, die die Komplexität des Naturraums Neusiedler See aufzeigten. Wendelberger und Löffler, Machura und König, Freundl und Kasy lieferten später - neben vielen anderen - mit ihren Studien wertvolle Ergebnisse und zeigten damit deutlich den Handlungsbedarf für den Schutz wertvoller Lebensräume auf. Die ersten Anpachtungen durch den ÖNB (Österreichischen Naturschutzbund) erfolgten Mitte der 30er Jahre.

Biologische Station bei Neusiedl am See

WWF Seewinkelhof
- 1926 wurden erstmals per Gesetz Naturschutzgebiete (Banngebiete) ausgewiesen
- Darauf basierend wurden 1932 weitreichende Nutzungseinschränkungen verordnet, i.e. in den Banngebieten Zitzmannsdorfer Wiesen 1932 und in den Lackenbereichen der KG Illmitz und Apetlon 1936.
- 1940: Abgrenzung von Landschaftsschutzgebieten und Naturschutzgebieten durch Verordnung des Reichsstatthalters in Niederdonau; Verordnungsentwurf für einen Nationalpark.
- 1959: Novelle betreffend das Betretungsverbot von Schilfflächen zwischen 1. April und 31. Juli.
- 1961: Neues Naturschutzgesetz
- 1991: Neues Burgenländisches Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz
- 1992: Gesetz zur Errichtung des Nationalparks


Schon im Verordnungsentwurf Nationalpark Neusiedler See des Reichsstatthalters in Niederdonau aus 1939 wird der Südteil des Sees mit seiner Umgebung zum Nationalpark erklärt. 1940, beim Naturschutztag in Schladming, ist das Projekt eines Nationalparks am Neusiedler See wieder ein Thema, wobei auch Gebiete am Westufer mit einbezogen waren.
Mehrere Broschüren über die einzige Kontrastlandschaft Österreichs gaben danach der Bewußtseinsbildung für deren Schutz ebenso die benötigte Breitenwirkung wie die Intensivierung naturkundlicher Führungen durch den ÖNB.

"Geburthelfer" für den Nationalpark - Die verhinderte Brücke
Der Österreichische Naturschutztag 1959 fand in Eisenstadt statt und hatte als Hauptthema den "Steppen-Nationalpark Neusiedler See". Das heftig umstrittene Projekt einer Brücke über den See führte 1971 zu neuen Überlegungen hinsichtlich der nachhaltigen Wirkung eines Nationalparks für den Fremdenverkehr.

26. Österreichischen Naturschutztag in Mattersburg 1978
Mit dem sogenannten Mattersburger Manifest wurde nicht nur auf den damals zunehmenden Nutzungsdruck durch Siedlungen, Landwirtschaft und Tourismus reagiert, sondern erstmals die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Nationalparkplanung festgehalten.
Dass ein Nationalpark nicht nur im Wunschdenken einiger Idealisten eine Rolle spielte, zeigte eine Befragung von Urlaubsgästen im Seewinkel im Sommer 1979: 92% der Befragten nannten die Natur als wesentlichen Grund für ihr Kommen.

Als Ergebnis wurde 1992 das Nationalparkgesetz beschlossen.

