
Der Nationalpark Neusiedlersee Seewinkel umfasst eine Fläche von etwa 9700ha. 50% dieses Areals bilden die Naturzone. Hier wird die Natur sich selbst überlassen, Besucher haben keinen Zutritt. Der für die Öffentlichkeit zugängliche Teil des Nationalparks - die Bewahrungszonen - gliedert sich in fünf Teilgebiete.
Die Bewahrungszonen:
Zitzmannsdorfer WiesenIllmitz - HölleSandeck - NeudeggApetlon - Lange LackeWaasen - Hanság
Die Bewahrungszone Zitzmannsdorfer Wiesen
Im Rahmen des Flächenmanagements werden ab Mitte Juni Teile der Wiesen gemäht. Das Rückstauen des Wassers in alten Entwässerungsgräben hilft, Lebensräume für Amphibien zu erhalten.

Für Besucher: Da der Radweg B10 am seeseitigen Rand des Gebietes wenig Ruhe zum Beobachten bietet, empfiehlt sich zum Kennenlernen der artenreichen Flora und Fauna der sogenannte "Mitterweg", ausgehend von der Landesstraße Weiden - Podersdorf. Radfahren ist auf diesem Weg nicht gestattet.
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Die Bewahrungszone Illmitz - Hölle
Durchziehende Limikolen sind hier, an den Stinkerseen und in den Feuchtwiesen gut zu beobachten. An den trockenfallenden Uferbereichen der Lacken zeigen sich ausgedehnte Sodaschnee-Felder mit ensprechender Salzvegetation. Am Unteren Stinkersee sieht man regelmäßig Flussseeschwalben, an der Zicklacke brüten Säbelschnäbler und Seeregenpfeifer. Im vegetationsarmen Uferbereich lebt die Südrussische Tarantel. Die Randbereiche der Zicklacke und des Kirchsees werden mit Rindern beweidet, um die Brutplätze offen zu halten.
Im Seevorgelände weiden Przewalski- und Warmblutpferde. Zu den Pflegemaßnahmen des Flächenmanagements gehören auch Heu- und Schilfmahd. An den Stinkerseen, an der Zicklacke sowie am Kirchsee wurde die Jagd auf Wasserwild eingestellt.

Für Besucher:
Mit dem Auto sind bis auf den Unteren Stinkersee alle Lacken erreichbar. Durch das Gebiet führen zwei regionale Radwege (B10, B20). Für Wanderer empfiehlt sich der teilweise sandige Weg am Seedamm. Informationspulte gibt es am Unteren Stinkersee und in der Hölle. An der Illmitzer Seestraße und bei der Biologischen Station stehen Elemente eines Naturlehrpfads. Die Biologische Station ist für Besucher nicht geöffnet.
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Die Bewahrungszone Sandeck - Neudegg
Dieses Teilgebiet grenzt an die gleichnamige Naturzone des Nationalparks und bildet so einen wirksamen Puffer. Das Verlandungsgebiet des Neusiedler Sees südlich von Illmitz und Apetlon besteht aus periodisch überfluteten Wiesen, vielfältig strukturierten Schilfbeständen und kleinflächigen Baumgruppen.
Schilfbewohnende Vogelarten wie Silberreiher, Löffler, Enten- und Gänsearten sowie Schilfsingvögel sind hier häufig zu beobachten, die dort ebenfalls heimischen Großsäuger wie Reh, Hirsch oder Wildschwein halten sich tagsüber eher in sicherer Deckung auf.
Mit dem Ende der Viehwirtschaft gingen viele Wiesenflächen und Hutweiden verloren, weil sie verschilften oder sich dichter Gras- und Buschbewuchs einstellte.
Im Nationalpark konnten wertvolle Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt zurückgewonnen werden: jährliche Mahd erhält die Feuchtwiesen, kleinflächige Beweidung mit Weißen Eseln dient der Biotoppflege am sandigen Seedamm, mit einer Herde Ungarischer Graurinder wird die landseitige Ausbreitung des Schilfs unterbunden.
Auf ausgewählten Flächen wird im Winter Schilf geschnitten. Die Jagd in der Naturzone des Nationalparks wurde 1993 eingestellt.

Für Besucher:
Die Bewahrungszone Sandeck-Neudegg ist so etwas wie ein Fenster in die für Besucher gesperrte Naturzone des Nationalparks. Von zwei ehemaligen ungarischen Grenzwachtürmen bietet sich ein weiter Blick auf den Schilfgürtel (am Sandeck) bzw. auf die Wiesengebiete im Neudegg (beim Graurinderstall). Bei Wanderungen beginnend beim Illmitzer Seewäldchen oder vom seeseitigen Ortsrand in Apetlon kann man die Vögel des Schilfgürtels im Flug beobachten.
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Die Bewahrungszone Apetlon - Lange Lacke
Ab etwa Mitte Oktober versammeln sich jeden Abend an der Langen Lacke tausende Gänse an ihren Schlafplätzen. Neben Graugänsen, die im Seewinkel brüten, sind es Bläss- und Saatgänse aus Brutgebieten im Norden Europas, die hier ihr Vorwinterquartier beziehen.
Die Flächen rund um Lange Lacke und Wörthenlacken sind als Wasserwildschutzzone jagdfrei.
Die traditionelle Beweidung mit Rindern hält die Vegetation für bodenbrütende Vogelarten kurz und ist eine wesentlich selektivere Pflegemaßnahme als die einmalige Mahd. Auf rund 80 ha Äckern betreibt die Nationalparkverwaltung biologischen Landbau: dort finden vor allem die Gänse ruhige Äsungsflächen. Was sie übriglassen, wird als Winterfutter für die Herden des Nationalparks benötigt.

Für Besucher:
Die Lange Lacke kann man von drei Seiten aus erreichen: vom Parkplatz an der Straße nach Wallern (Imbisslokal und WC), vom Güterweg nach Frauenkirchen und vom Güterweg nach St.Andrä/Zicksee. Es lohnt sich, etwa drei Stunden in eine Wanderung zu investieren. Mit Fernglas und Spektiv lassen sich sowohl auf Hutweiden als auch am Wasser Brutvögel und Nahrungsgäste beobachten.
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Die Bewahrungszone
Waasen - Hanság
1973 erklärte die Burgenländische Landesregierung das Groß- trappenbrutgebiet zum Vollnaturschutzgebiet. Neben österreichweit bedeutenden Beständen von Großtrappe, Wachtel, Großem Brachvogel, Sumpfohreule, Schwarzkehlchen und Neuntöter sind hier auch seltene Pflanzen wie Sumpfknabenkraut und Pfeifengras zu finden. Im Winter kann man Rauhfußbussard, Kornweihe, Merlin und Seeadler beobachten.
Das Flächenmanagement ist hier auf die Bestandserhaltung der Großtrappe ausgerichtet. Das Heu wird erst spät gemäht, um die typische Wiesenvegetation zu erhalten.
Das Rückstauen von Entwässerungsgräben dient dem Schutz der Feuchtwiesenbereiche, und eine Herde von Galloway-Rindern wird zur Beweidung eingesetzt.
Für Besucher:
Mit dem Auto wie mit dem Fahrrad ist diese Bewahrungszone über Tadten oder Andau erreichbar. Die Dammwege führen nach Südosten, Seitenwege sind für Besucher gesperrt. Für Beobachtungen am Morgen empfiehlt sich der Hochstand auf der Andauer Seite. Ein Aussichtsturm und Kunstobjekte zum Thema Flucht und Vertreibung entlang der Straße erinnern an den Ungarn-Aufstand im Jahr 1956. Die historisch bedeutsame Brücke von Andau (über den Einserkanal) wurde 1996 wieder errichtet.
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