Der Winter

Der Winter am Neusiedler See kann mit Temperaturen unter -15°C sehr kalt sein, hinzu kommt anhaltender, oft eisiger Wind. Meist bewegt sich das Thermometer aber um den Gefreierpunkt. Was auf den ersten Blick eher unwirtlich erscheint, hat durchaus seine Reize.
Der Neusiedler See wird für kurze Zeit zum größten Eislaufplatz Mitteleuropas.

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Der Neusiedler See wird im Winter zum größten natürlchen Eislaufplatz Mitteleuropas

Bei klarem, sonnigem Winterwetter sind auch längere Wanderungen in der meist nur leicht verschneiten Landschaft des Seewinkels ein eindrucksvolles Erlebnis. Wenn es einmal richtig schneit kann es durch den stetig wehenden Wind zu Schneeverwehungen kommen. Dann entstehen Schneewechten in verschiedensten Formen.

Blässgänse (Anser albifrons)

Die kalte Jahreszeit kündigt sich im Herbst mit den nach und nach eintreffenden Gänsescharen aus dem Norden an. Je nach Großwetterlage können im Neusiedler See Gebiet bis zu 35.000 Gänse (Bläß-, Saat- und Graugänse) gesehen werden. Aber auch andere Vogelarten aus nördlich gelegenen Gebieten finden im Seewinkel geeignete Überwinterungsbedingungen. 

So streichen Kornweihen und Mäusebussard über die offene Landschaft. Verschiedene Möwen- und Entenarten sammeln sich an den letzten nicht gefrorenen Gewässern. In und um die Ortschaften tummeln sich scharenweise Singvögel, die dem Winter trotzen.

Bartmeise (Panurus biarmicus)

In der Natur gibt es verschiedenste Strategien um den Winter erfolgreich zu überstehen. Pflanzen begeben sich in Winterruhe, sterben ab um aus ihren Knollen im Frühjahr neu auszutreiben oder überwintern als Samen und keimen im Folgejahr. 

Auch bei Tieren gibt es solche Dauerstadien, bei vielen Insekten sterben die erwachsenen Tiere im Herbst, aus den überwinternden Eiern schlüpft im Frühjahr eine neue Generation. Manche Arten wie das Ziesel halten Winterschlaf, andere suchen frostfreie Orte auf wo sie ihre Körperfunktionen auf ein Minimum reduzieren.

Rebhuhn (Perdix perdix)

Viele Vogelarten ziehen bevor es kalt wird in wärmere Gebiete, viele bleiben aber auch bei uns. Die Bartmeise lebt im Sommerhalbjahr hauptsächlich von Insekten. Im Winter sind diese aber nicht so häufig vorhanden daher frisst der im Schilfgürtel lebende Vogel auch Schilfsamen. 

Vögel und Säugetiere, die auch im Winter aktiv sind, versuchen möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Mit fallender Temperatur steigt der Energiebedarf der notwendig ist um die Körpertemperatur zu halten. Anhaltende Störungen können im Winter also leicht fatale Folgen haben, weil durch Flucht der Energiehaushalt belastet wird und es oft nicht einfach ist genug Nahrung zu finden.