Die Teilgebiete in Ungarn

Die Zusammenarbeit mit den ungarischen Nachbarn hat auch auf naturschutzfachlicher Ebene eine lange Tradition. Bestes Beispiel dafür sind die sogenannten Neusiedler See - Tagungen, die etwa alle zwei Jahre abwechselnd im Burgenland und in Westungarn abgehalten wurden. Damit wurde vor allem der grenzüberschreitenden Lage des Steppensees Rechnung getragen.

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Die Gründung einer bilateralen Nationalpark-Planungskommission 1988 war daher ein logischer Schritt. Seit der Errichtung des Nationalparks - mit gemeinsamer offizieller Eröffnung am 24. April 1994 - werden in der österreichisch-ungarischen Nationalparkkommission die wichtigsten Entwicklungsschritte aufeinander abgestimmt. Auch die alltägliche Kooperation zwischen den Nationalparkverwaltungen in Sarród und Apetlon verläuft in freundschaftlich-kollegialer Atmosphäre. 

Der ungarische Teil des Neusiedler Sees wurde 1977 zum Naturschutzgebiet erklärt. Seit 1979 ist dieses Gebiet MAB-Biosphärenreservat, seit 1989 RAMSAR-Gebiet. Die Ungarische Regierung erklärte 1991 den südlichen Seeteil (die Wasserfläche vor dem Strandbad Fertörakos/Kroisbach ausgenommen) mit einer Fläche von rund 65 Quadratkilometern zum Nationalpark. 1994 konnten wesentliche Teilflächen des Hanság vom Staat angekauft und ebenfalls zum Nationalpark erklärt werden. Damit - und mit kleineren Schutzgebieten an der Rabnitz - hat sich die Nationalparkfläche auf ungarischer Seite auf etwa 235 Quadratkilometer vergrößert.

Reiherkolonie

Das Seegebiet im Fertö-Hanság Nationalpark

Der Neusiedler See bietet sehr unterschiedliche Lebensraumbedingungen eng nebeneinander, das wird besonders in diesem Teil des Nationalparks deutlich: trübes, windbewegtes Wasser am offenen See schafft andere Grundlagen als klares, stehendes Wasser in den Blänken des Schilfgürtels oder Regenwasser in den seenahen Wiesen. Im Schilf brüten Vogelarten wie Silber- und Purpurreiher, Löffler aber auch Graugänse. Insekten, Fische und Amphibien bilden die Nahrungsgrundlage für Brutvögel und Durchzügler. Im Herbst und Winter dient der südliche Teil des Sees zehntausenden Bläss-, Saat- und Graugänsen als Schlafplatz.

Stelzenläufer (Himantopus himantopus)

An den dem See vorgelagerten Überschwemmungsflächen suchen u.a. verschiedene Watvogelarten nach Futter. Graurinder, Wasserbüffel und Zackelschafe - die typischen ungarischen Haustierrassen - leisten durch gezielte Beweidung im Rahmen des Nationalpark-Flächenmanagements einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung dieser Biotope.

Silberreiherburg in Sarród

Am nördlichen Ortsende von Sarród, erreichbar über Fertöd (oder mit Fahrrad von der Grenze über Nyárliget), liegt das 1993 errichtete Verwaltungsgebäude des Fertö Hanság Nemzeti Park - die sogenannte Silberreiherburg (Kócsagvár).

Ökopädagogikzentrum in Mekszikopuszta

Für Besucher

Von der Silberreiherburg führt die Autostraße zur Schleuse des Einserkanals und weiter zum Seevorgelände, wo man z.B. vom Dammweg oder von einem Hochstand aus die artenreiche Vogelwelt beobachten kann. Am Ortsanfang von Fertöújlak/ Mekszikopuszta befindet sich das 2006 fertiggestellte Ökopädagogik- und Besucherzentrum. Das Gebäude ist eine ehemalige Kaserne, die für die Zwecke des Nationalparks umgebaut wurde.

Komitat Sopron um 1800

Das Hansággebiet im Fertö-Hanság Nationalpark

Von den 460 Quadratkilometern des Waasens liegt der überwiegende Teil auf ungarischer Seite. Dieses ehemalige Niedermoor, das sich aus dem verlandeten Teil des östlichen Seebeckens entwickelt hat, erstreckt sich vom heutigen Neusiedler See bis zur Donau. Bis ins frühe 20. Jahrhundert waren die Wasserflächen, Sümpfe und Moorwälder für die Menschen der Anrainergemeinden Nahrungs- und Rohstoffquelle: bei Eis wurde Schilf geschnitten, aus Weidenruten wurden Körbe geflochten, auf den Weiden der Moorinseln wurde Vieh gehalten und schließlich lebten Fischer und Krebsfänger von der natürlichen Vielfalt des Hanság.

Im Rahmen von Biotoprekonstruktionen wird versucht den ursprünglichen Niedermoorcharakter im Hanság wiederherzustellen.

Wasserregulierung und Torfstich haben aus dem Hanság fast eine Kulturlandschaft gemacht. Nur im Király-(Königs-)See oder in den Teichen des Tököz leben noch Schlammpeizger, Hundsfisch und Schleie. Im Schilf brüten Reiher- und Singvogelarten, in den offeneren Feuchtwiesen nisten Wiesenweihe, Großer Brachvogel und Sumpfohreule. 

Die Wiesen des Hanság sind auch Zufluchtsort für die vom Aussterben bedrohte Großtrappe und die Wiesenotter. Zu den Raritäten in den Waldbereichen zählen Schwarzstorch, Baumfalke, Seeadler und Waldkauz. Die Moorwiesen sind u.a. mit Sumpfknabenkraut, Prachtnelke und Lungenenzian geschmückt. 

Die Biotoprekonstruktionsflächen bei Bösárkány beherbergen eine Kolonie von Kormoranen, hier lassen sich auch verschiedene Entenarten, Seeschwalben und andere Feuchtgebietsvögel beobachten.

Hanság

Vom Grenzübergang Pamhagen kommend ist es nicht weit in den Südhanság, Zufahrtsmöglichkeiten gibt es auch über Kapuvár. Den Nordhanság kann man u.a. über den Grenzübergang bei Andau erreichen. 

Empfehlenswert sind besonders Wanderungen zu einem der kleinen Seen, die durch den früheren Torfstich entstanden sind. Für die Orientierung im Hanság ist eine gute Wanderkarte unerläßlich.

IM GESAMTEN FERTÖ-HANSÁG NATIONALPARK GILT DAS WEGEGEBOT:
das Betreten der Wiesen, Wälder, Wasser- und Schilfflächen ist strikt untersagt. Camping und Caravaning ist nur auf öffentlichen Campingplätzen gestattet. Tips für individuelle Beobachtungen, Wanderkarten und deutschsprachiges Informationsmaterial erhalten Sie im Nationalpark-Informationszentrum in Illmitz oder im Besucherzentrum in Fertöújlak.

DIE ADRESSE DES BESUCHERZENTRUMS:
Fertö-Hanság Nemzeti Park
Látogatóközpont
H - 9436 Fertöújlak 
Tel. 0036-99-537-520, Fax -521 
e-mail: fhnpiinfo@fhnp.kvvm.hu